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Zivilisationskrankheit Gicht
Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Gicht
eine Leberstörung.
Ganz klar sieht man das an der Dynamik der Erkrankung. Ein
akuter Gichtanfall kommt plötzlich, verläuft schnell,
ist sehr schmerzhaft und äußert sich meist erstmalig
in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden. Das
alles sind typische Lebersymptome. Die Leber ist der Dynamo
des Körpers, der bekannt ist für sein schnelles
Auftreten und seine Heftigkeit. Ein zweiter klarer Hinweis
für eine Leberstörung ist die Lokalisation. Meist
äußert sich der erste Gichtanfall an der großen
Zehe. Hier verläuft der Lebermeridian.
Gicht erkennt man zunächst einmal nur durch die Erhöhung
der Harnsäure im Blut. Da spüren die Betroffenen
noch keine körperlichen Beschwerden. Die Einsicht,
etwas dagegen zu tun, ist daher gering. Nach dem Motto:
Spür ich nichts, hab ich nichts und muss ich auch nichts
ändern.
Zu diesem Zeitpunkt aber sollte Vorsorge getroffen werden,
um Gichtanfällen mit meist geschwollener, hochroter
und sehr schmerzhafter Zehe vorzubeugen. Natürlich
kann sich ein akuter Gichtanfall auch an anderen Gelenken
zeigen. Auch der Knöchel oder das Knie können
betroffen sein. Hier verläuft ebenfalls der Lebermeridian.
Die häufigste Stelle ist jedoch die große Zehe.
Mit dem Befall der Gelenke entsteht ein so genanntes Bi-Syndrom
– ein WAN BI. Ein WAN BI entsteht durch die schlechte
Funktion der inneren ZHANG FU-Organe.
Wie kann man das erklären?
Auf der einen Seite kann die Leber als inneres Organ aus
genetischen Gründen nicht im Lot sein, auf der anderen
Seite kann die Leberfunktion durch stressiges Leben, Frustration,
Ärger oder Zorn zu heiß werden. Drittens wird
das Leberfeuer durch zu viel erhitzende Nahrungsmittel und
eine ungesunde Ernährung geschürt. Vor allem fette
Nahrungsmittel spielen laut der TCM eine Rolle: Nicht so
sehr Fleisch an sich, sondern das fette Fleisch oder andere
fette Nahrungsmittel sind Auslöser für ein Reizen
der Leberhitze und das Ansammeln von Nässe.
Wird die Leber über viele Jahre gereizt, kann mit
der Zeit die Niere angegriffen werden. Leber und Niere –
Holz und Wasser – haben dieselbe Quelle, heißt
es im Huang Di Nei Jing, dem Klassiker des alten Kaisers.
Die Nieren erkranken als solche und Knochen, als zur Niere
gehörende Schicht, werden angegriffen. Im Röntgen
werden Knochendefekte an den betroffenen Stellen sichtbar.
Was könne Sie tun, um der Gicht vorzubeugen oder im
gegebenen Fall einen schmerzhaften Gichtanfall zu vermeiden?
Meiden Sie Fettes! Fettes Fleisch, fette
Innereien, Fleisch- und Fischhaut, fette Saucen, fette Süßspeisen.
Wurst und Speck sind Gift. Frittiertes, gebratenes und geröstetes
Essen ist wegzulassen. Auch geräucherte Nahrungsmittel
sind schlecht. Selbst ein geräucherter Hering ist bei
Gicht nichts für Sie. Kalter Schleim (z. B. Schlagobers,
Creme fraiche) ist nicht so schlimm wie heißer Schleim
(z. B. gebratenes, fettes Schwein). Trotzdem sind auch fette
Milchprodukte bei Gicht ungünstig. Vermeiden Sie daher
Butter, Schlagobers, Creme fraiche, Rahm, fette Streichkäse
und Aufstriche.
Zucker ist pure Energie. Er verschleimt
und heizt an. Das merken wir, wenn wir müde sind und
ein Stück Schokolade essen – das gibt wieder
Schwung. Zucker und Süßstoffe sind bei Gicht
daher zu vermeiden. In der Schokolade ist noch dazu viel
Fett.
Auch Alkohol heizt die Leber zu sehr an,
Bier verschleimt. Verringern Sie daher Ihre Alkoholmenge!
Was tut Ihnen gut?
Verwenden Sie schonende Kochtechniken: Kochen, dünsten,
blanchieren und garen. Essen Sie Mageres,
viel gekochtes Gemüse, Suppen, Kompotte, Kohlenhydrate
Ihrer Wahl. Sesamöl ist gut für Sie.
Trinken Sie Wasser und spülen Sie dadurch Ihre Nieren.
Die werden es Ihnen danken. Auch grüner Tee,
täglich mindestens eine Schale, tut Ihnen gut. In China
tritt Gicht weniger häufig auf, unter anderem deshalb,
weil viel Grüntee getrunken wird. Er schützt vor
Gicht, indem er das Ausscheiden von Harnsäure fördert,
bitter und kühlend ist. Wenn Sie etwas Fettes essen,
nehmen Sie unbedingt Jasmintee dazu. Auch
der wirkt sich günstig auf den Fettstoffwechsel, die
Triglyceride und die Harnsäure aus.
Mit der Ernährung
können Sie viel gut machen. Wenn dies zu wenig hilft
und eine schmerzhafte Entzündung schon da ist, müssen
unbedingt Kräuter dazugegeben werden. Nässe-Hitze-ausleitende
und Leber-beruhigende Kräuterrezepturen werden in Form
von Granulaten eingenommen.
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