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Als Ärztin für Allgemeinmedizin und Traditionelle
Chinesische Medizin arbeite ich mit zwei ganz unterschiedlichen
medizinischen Modellen.
Ich wähle die passende Medizinform für jeden Patienten
entsprechend aus.
Eine Erkrankung hat viele Ursachen.
Mit einem einzigen Medikament kann oft nicht dauerhaft geholfen
werden.
Es ist wichtig, auf den Patienten einzugehen, ihm zuzuhören
und seine Symptome, Beschwerden und Probleme wahrzunehmen
und so die Ursachen zu finden, die ihn krank gemacht haben.
Oft stehen Erkrankungen im Zusammenhang mit unserer Arbeit,
unserem Privatleben, den Ernährungsgewohnheiten, der
körperlichen Aktivität, dem Wetter und vielen
anderen Auslösern. Unser Umfeld beeinflusst uns.
In der TCM wird die Wurzel der Erkrankung behandelt. Je
besser die Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt ist,
desto erfolgreicher ist die Behandlung. Verhaltensänderungen,
Änderungen der Essgewohnheiten und der Bewegungsmuster,
Kräuter, Akupunktur, Tuina, Wärme- oder Kältebehandlungen
werden angewandt.
Ein Beispiel will ich Ihnen nennen:
Bei langwierigen oder häufigen Verkühlungen können
entweder die Lunge (Metallelement) oder ein schwacher Verdauungstrakt
(Erdelement) oder ein schwacher Unterleib (Wasserelement)
die Ursache sein.
Eine Verkühlung kann bei dem einen immer mit Husten
einhergehen, bei anderen mit weichem Stuhl, Blähungen
und verstopfter Nase und bei manchen Menschen mit einem
ständigen Kältegefühl.
Gleichzeitig sagt uns schon der Name „Verkühlung“,
dass hier Kälte in den Körper eingedrungen ist.
Sie wird mit Wärme wieder ausgetrieben. Je nach Krankengeschichte,
Zunge und Puls wird das kranke Organ über den entsprechenden
Meridian, durch die Gabe von Kräutern, Nahrungsmitteln
und Tees behandelt und die Kälte entfernt.
Eine Behandlung ähnelt nie einer anderen. Jeder Mensch
ist ein eigenes Individuum und erkrankt aus unterschiedlichen
Gründen. So wird der Mensch als Ganzes in seinem ganz
persönlichen Umfeld gesehen. Eine individuelle Therapie
wird für ihn wie ein Maßanzug zugeschnitten.
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