COPD
TCM-Einteilung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen
In der TCM unterscheidet man nicht, ob es sich um chronisch
obstruktive Bronchitis, Asthma bronchiale oder obstruktives
Lungenemphysem handelt. Wichtig und ausschlaggebend für
die Therapie sind die Symptome, die ein Patient zeigt.
Alle drei Formen sind Atemnoterkrankungen. Sie werden als
QI CHUAN BING bezeichnet.
Dafür gibt es laut der TCM verschiedene Ursachen. Äußere
pathogenen Faktoren wie Schleim-Kälte oder Schleim-Hitze
können durch den Faktor Wind ins Körperinnere
getragen werden. Falsche Ernährung, Nikotin, Umweltverschmutzung
oder genetische Veranlagung sind für die chronischen
Atemwegserkrankungen verantwortlich.
Einen wichtigen Faktor bei den Auslösern spielt die
Ernährung in den Baby- und Kleinkindjahren. Das vorzeitige
Zufüttern von Süßstoffen, Mehlspeisen, Weißmehl
und Milchprodukten ist häufig für die Entstehung
von chronischen Atemwegserkrankungen verantwortlich.
Die beste Ernährung für Babys ist die Muttermilch.
Dazu kann man ungesüßte Kräutertees oder
heißes, abgekochtes Wasser trinken lassen. Der Verdauungstrakt
enthält einen Großteil der immunkompetenten Zellen.
Sie sind für unser Immunsystem verantwortlich. Der
Verdauungstrakt ist aber in den ersten paar Jahren unseres
Menschseins noch nicht ausgereift. Daher haben Babys und
Kleinkinder leicht Blähungen oder Stuhlprobleme. Dem
Verdauungstrakt soll es daher möglichst angenehm und
leicht gemacht werden. Alles, was schwer verdaulich ist,
sollten Babys weder über die Muttermilch aufnehmen
noch als Kleinkinder selbst essen.
Ein weiterer wichtiger auslösender Faktor ist die
Umwelt. Diese so genannten äußeren pathogenen
Stoffe setzen sich im Körper fest und können chronische
Hitze oder Kälte erzeugen.
Staub, der zu einer beständigen Reizung wird und so
einen Abwehrkampf zwischen gutem und schlechtem Qi bewirkt,
führt zu Hitze. Auch Zigarettenrauch führt zu
Trockenheits- und Hitzesymptomen. Glühender Tabak wird
in die Lunge gesaugt. Das erzeugt Hitze und Trockenheit.
Wenn zu viel Trockenheit herrscht und die Flüssigkeitszirkulation
nicht mehr funktioniert, entsteht Schleim. Das morgendliche
Schleimaushusten beginnt.
Kalte Luft, ungeheizte Räume oder kaltes, feuchtes
Klima erzeugen chronische Kälte im Körper.
Diese Faktoren entsprechen den Allergenen in der Schulmedizin.
Gerade bei den Atemwegserkrankungen gibt es eine Menge
TCM-Diagnosen. Es kann sich um eine Wind-Kälte-Invasion
in die Lunge, um Schleim-Hitze in der Lunge, um Lungen-Milz-Qi-Mangel,
um Nieren-Lungen-Schwäche, um „Leber attackiert
die Lunge“, um eine Lungen-Yin-Schwäche etc.
handeln. Die Diagnosen nach der TCM sind vielseitig. Je
nach Symptomen wird die Atemlosigkeit, das schlechte Ein-
oder Ausatmen, das Keuchen, die Schleimproduktion, die Müdigkeit
und Kraftlosigkeit behandelt.
Akupunktur
hilft bei chronischen Atemwegserkrankungen. Im freien Intervall
kommen auch chinesische Kräuter
zum Einsatz. Tuina
und Meridianmassagen sind eine gute Ergänzung
zur Kräutertherapie. Gerade beim allergischen Asthma
kann die TCM sehr hilfreich sein.
Um das Lungen-Qi zu stärken, sind vor allem Qi Gong-
und Tai Chi-Übungen empfehlenswert.
Hier wird besonders über die Atmung gearbeitet.
Auch eine entsprechende Ernährung
hilft bei chronischen Lungenerkrankungen. Generell gilt,
dass ein warmes, die Milz stärkendes Frühstück
aus gekochtem Getreidebrei mit Birnenmus oder einer geriebenen
Birne und einigen Ingwerstückerln günstig ist.
In manchen Fällen ist ein Löfferl Honig gut. Geriebene
Mandeln verfeinern den Geschmack und stützen die Lunge.
Wer nicht gerne süß zum Frühstück isst,
kann den Getreidebrei auch mit Karotten und Ingwer mischen.
Tees aus Tragant oder Ingwer oder Yamswurzelknollen
stärken das Lungen- und Milz-Qi und werden morgens
gerne getrunken. Tees aus Lilienzwiebel oder chinesischer
Spargelwurzel oder Schlangenbartwurzel eignen sich, das
Lungen-Yin zu stärken. Sie sind besser abends zu trinken.
Diese Teedrogen werden entweder in Kräuterrezepturen
gemischt oder lange ausgekocht und als Tees getrunken.
Generell gilt: Die Lunge mag es feucht und kühl. Luftbefeuchtung
und kühle Schlafräume sind daher empfehlenswert.
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