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Schlechte Haltung und wenig Bewegung über Jahrzehnte
beanspruchen unsere Gelenke einseitig. Durch zunehmenden
Stress, die immer größer werdende Belastung im
Beruf und die hohen privaten Anforderungen haben wir weniger
Zeit für uns selbst. Auslaufen, ruhiger, ausgleichender
Sport, Haltungsübungen werden vernachlässigt.
Durch solche Belastung werden wir innerlich angeheizt und
verbrauchen so unsere innere Ruhe und somit unser Yin, den
ausgleichenden, ruhigen, feinstofflichen, flüssigen
Anteil in uns. Das äußert sich in Trockenheitssymptomen.
Gelenksschmiere wird abgebaut, Knorpel und Knochen verlieren
an Flüssigkeit, die Haut und die Schleimhäute
werden trocken. Wenn Gewebe nicht mit Yin – also den
gute Körperflüssigkeiten – umspült
wird, entstehen leichter Arthrosen.
Äußere pathogene Faktoren schädigen unseren
Köper. Wenn Hitze, Kälte, Nässe oder Wind
für lange Zeit in unserem Körper verbleiben, stören
sie den harmonischen Qi-Fluss. Leicht werden Kälte
und Nässe über den Wind in den Körper transportiert.
Wenn diese klimatischen Faktoren, wie sie besonders im Herbst
und im Winter auftreten, für Monate oder Jahre unbehandelt
im Körper bleiben, können sie auf lange Sicht
die inneren Organe schädigen. Laut der TCM hängen
an den Organen ganze Funktionssysteme. Nicht unsere Organe
werden kaputt, sondern Köperteile, die mit diesen Organen
im Zusammenhang stehen.
Nässe schwächt die Milz, den Funktionskreis des
Erdelements. Dadurch können Köperflüssigkeiten
nicht gut zirkulieren und sammeln sich an. Es entstehen
daraus Schwellungen und Verquellungen. Diese können
sich rund um die Gelenke anlagern und sie anschwellen lassen.
Kälte schädigt die Niere, der Funktionskreis
des Wasserelementes wird durch Kälte geschwächt.
Zwischen den Nieren brennt das so genannte Lebensfeuer,
das unseren Körper erwärmt und uns die Urkraft
gibt. Wenn dieses Feuer nun durch zu viel Kälte erstickt
und somit die Niere in ihrer Funktion gestört wird,
frisst sich die Kälte an den Gelenken fest. Das führt
zu genau lokalisierten, oft sehr heftigen Schmerzen und
zu Knochendeformierungen. Wärmezufuhr bringt meist
Erleichterung.
Stärken Sie also in der kühlen Jahreszeit vor
allem Ihre Milz und Ihre Nieren.
Essen Sie warme Speisen. Die Zeit der kalten Salate, der
Rohkost und der kalten Getränke ist vorbei. Kochen
Sie Suppen und erfreuen Sie sich an einer warmen Mischkost.
Wärmen Sie ihre Milz mit Ingwertee und Ihre Nieren
mit Ginsengtee. Lassen Sie die Milchprodukte zum Frühstück
weg und nehmen Sie diese lieber abends ein. Halten Sie Bauch,
untere Lendenwirbelsäule und Füße gut warm.
Verwenden Sie einen Thermophor, machen Sie sich ein warmes
Fußbad und tragen Sie dicke Socken. Chronische Gelenksschmerzen
sollten mit Wärme behandelt werden. Nur akute Gelenksentzündungen
werden gekühlt.
Ginsengkapseln stärken die Nieren und daher auch Ihre
Knochen.
Als TCM-Ärztin empfehle ich Ihnen noch Moxa, das Abbrennen
von gewöhnlichem Beifuß (Artemisia vulgaris).
Dieser löst Schmerzen und wird direkt über den
Arthrosen oder generell über dem Bauch oder dem unteren
Rücken verwendet.
Akupunktur
wirkt analgetisch. Durch das Setzen von lokalen Nadeln im
Schmerzbereich und entlang der entsprechenden Meridiane
werden Entzündungszellen und Botenstoffe angelockt,
die eine Entzündung und vor allem die Schmerzen reduzieren.
Chinesische Kräuterrezepturen werden genau an Ihre
Beschwerden angepasst.
Es gibt etwa 1000 verschiedene Kräuter, die je nach
Alter, Gewicht, Schmerzen und entsprechend der Gelenke verschrieben
werden. Eine genaue Rezeptur, die mindestens zwei bis drei
Monate in Form von Tees oder Granulaten eingenommen werden
soll, kann Ihr TCM-Arzt verschreiben.
Bleiben Sie mobil. Bewegen Sie sich so gut es geht. So
zirkuliert Ihr Qi harmonisch. Es kommt zu keinem Qi-Stau,
die Abwehrkräfte gegen äußere pathogene
Faktoren werden gestärkt und einseitige Haltung macht
Ihnen nicht zu schaffen.
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